Wie alles begann!
Teil 1
Es begann damit, dass ich (die Person, die diesen Text verfasste) und mein Mann (damals noch mein Freund) uns entschlossen haben, eine gemeinsame Zukunft zu gestalten. Und diese Zukunft sollten viele Tiere mit uns teilen.
Wir haben schon einen Hamster gehabt. Der ist uns bei unserer Urlaubsvertretung von deren Katze gekillt worden. Danach haben wir 4 weiße und 2 schwarze Mäuse gehabt. Die waren ganz putzig, aber haben uns auch nicht lange erfreut.
Mein Sohn wollte, so lange er denken kann, eine Katze haben. Sein erster Satz mit 1 Jahr und 3 Monaten war: "Die Katze miaut!" Wir haben ihn lange damit vertrösten, dass wenn er größer wird, kommt die Katze dazu. Es hat sich leider rausgestellt, dass ich auf Katzenhaare allergisch bin. Auf dem Familienrat haben wir beschlossen: Ein Hund soll es werden. Mein Sohn hat zwar für einen Pferd plädiert, da haben wir aber kein Platz für das Tier.
Ok, die Entscheidung für einen Hund ist gefallen! Aber was für welche Rasse, es gibt auch so viele!
Als ich noch jung war, hatten meine Eltern eine Zwergpinscher-Mix- Hündin gehabt. Es war meine Hündin und ich wollte wieder so eine haben. Eine braune Zwergpinscherhündin.
Mein Mann hat sich mit kleinen Kläffern nicht anfreunden können. Ihm hat eine englische Bulldoge sehr zugetan.
Dann suchte ich nach Zwergpinschern und fand zuerst keine. Im Internet ward ich dann fündig. Allerdings haute mich der Preis von 600 € pro Welpen um. So viel wollte ich dann doch nicht ausgeben.
Durch den Zufall war in einer Tierheim-Außenstelle in unserer Nähe ein brauner 2 jährige Rüde noch zugange. Das war die Gelegenheit meinem Mann die Rasse schmackhaft zu machen! Es war kein Kauf vorgesehen!
Wir haben 3 Tage vorher den Termin abgemacht. Diese 3 Tage war ich wie auf der Kohle, ganz ungeduldig, und habe von dem Hund geträumt. Im Traum habe ich gesehen, daß er Rocco heißt und bei uns lebt.
Der Termin war am Freitag um 8 Uhr abends. Der besagte Rüde war draußen und hat uns mit seinen rehbraunen, erstaunten Augen angeschaut, als ob er sagen wollte, nimmt mich mit. Wir waren ca. 1 Stunde bei der Frau. Rocco ist uns abwechselnd auf dem Schoß gesessen und nicht von der Seite gewichen.
Wir haben ihn mitgenommen ohne Leine, ohne Futter, ohne Schlafplatz. Es war Liebe auf den ersten Blick!
Teil 2
Dieser Teil ist nicht so schön und romantisch wie daß 1 Teil. Er ist voller Verbitterung und Ärger! Nichts für schwache Nerven.
Vorab über die Organisation, wo Rocco in einer Auffangstation war. Unser Hund und noch ein Paar andere mit ihm, sind aus Italien aus der Gegend bei Bergamo nach Deutschland über die Schweiz gebracht worden. In Italien sei Rocco zusammen mit anderen 40 Straßenhunden bei einer Schlachterei aufgehalten worden und dort durchgefüttert. Diese Schlachterei musste aber aufgelöst werden, deshalb seien die Hunde, die für den europäischen Markt geeignet erschienen, dann auch weiter geschickt worden. Was mit dem Rest passierte, weiß der Gott!
Als wir Rocco gesehen haben, haben wir festgestellt, daß er keine 2 Jahre alt ist. Er war schon älter. (Ursprünglich wollte ich doch einen Welpen haben) Laut verschiedenen Tierärzte ca. 4 Jahre alt.
Beim flüchtigen Hinsehen hatten wir auch festgestellt, daß Rocco sein Hinterbein hoch hebt, und dabei auf 3 Beinen läuft. Von der Verkäuferin haben wir mitgeteilt bekommen, daß es stimme, daß der Hund irgendwelches Problem mit dem Bein habe. Sie habe ihn aber noch nicht röntgen können, deshalb bekommen wir ihn statt für 150,00 € für 100,00 € Fasst geschenkt denk man sich!
Rocco wurde auch gechippt, hieß es. Was bei den späteren Arztbesuchen sich als falsch erwies.
Natürlich habe die Organisation für schwer verletzte Tiere eine Kasse mit Spendengeldern, aus der für die nötigen Operationen gezahlt werde. Wurde uns zuversichert. Als es sich rausstellte, dass Rocco zu dieser Kategorie gehöre, hieß es "Die haben ein Geschäft, die haben das Geld!"
Es folgten sehr schwere und kostenspielige Entscheidungen. Natürlich hätten wir
unseren Rocco so leben lassen können. Lebensfähig war er in diesem Zustand
schon. Die größten Schmerzen hatte er nämlich hinter sich gehabt. Er hatte
mehrmaligen Beckenbodenbruch gehabt, der zu diesem Zeitpunkt schon verheilt war.
Zwar schief, aber nicht mehr beweglich.
Schlimmer war sein Oberschenkelbruch. Der war immer noch nicht verheilt und das
abgebrochene Stück hatte ständig auf dem Knie gerieben. Dadurch ist eine
Pseudoarthrose entstanden, die sich weiter entwickeln würde, wenn nicht operiert
würde.
Ich habe ein Paar Mal überlegt, ob wir nicht ein Fehler gemacht haben? Und ob Rocco nicht doch zurück geht! Aber die Liebe ist schon eine böse Sache!
Rundum haben wir Rocco mittlerweile 2 Mal operieren lassen, Physiotherapie mit ihm gemacht. Er braucht heute noch schmerzstillende Medikamente und nächster Tierarztbesuch wegen seinem Knie steht schon wieder an. Nach 1.500 € haben wir aufgehört zu zählen.
Fazit: Hätten wir damals einen Welpen für 600,00 € gekauft, hätten wir einiges an Geld und einigen schlimmen Erfahrungen uns sparen können. Wir hätten aber unseren Rocco nicht kennen gelernt. Er ist eine Seele vom Hund und wir möchten ihn nicht mehr missen.
Ein Problem konnten wir damals aber nicht beheben. Rocco hatte Angst "alleine zu bleiben". Nach dem Erlebten auch kein Wunder! Doch auch dieses Problem haben wir in Griff bekommen.